Telefon: +49 (0)89 901 087–0

Wie man einen Film mit Storytelling aufwertet

Wer erinnert sich nicht gerne an die Sommer seiner Kindheit? Nackte Füße auf sonnenwarmen Plattenwegen und das Gefühl von Freiheit, wenn einem beim Fahrradfahren der Wind um die Nase weht. Der Geruch von Würstchen, die auf dem Grill brutzeln. Und das Gefühl, sich nach dem Bad im See in ein flauschiges Handtuch einzukuscheln.

Als mir der Werbefilm für die Marke GANT, Home Collection in die Hände fiel, dachte ich: endlich mal ein gutes Beispiel für gelungenes Storytelling in einem Werbefilm. Denn einen Film mit Storytelling aufzuwerten, ist vielschichtiger, als man meinen könnte. Da geht es nicht nur um eine gut erzählte Geschichte. Die Wirkung eines Films hängt von vielen Stellschrauben ab. Casting, Requisite,  Location. Minihandlungen, Spannungsbogen, Vermittlung eines Wertekanons. Musikauswahl, Schnitt, visuelle Effekte. Just to name a few.

Einige youtube-User haben den GANT-Film mit dem Satz “So möchte ich auch leben.” kommentiert. Eine so starke Identifikation mit einem Erzählprodukt (und letztlich auch mit einer Marke) kann man nur über Storytelling erreichen. Also schauen wir uns mal genau an, wie die Producer das gemacht haben.

Der höchste Status, den wir Menschen erreichen können, ist Freiheit. Deshalb beginnt der Film mit einer Orientierung, die genau das verspricht. Ein fantastisches Haus in einer Urlaubslocation mit Menschen, die aus der “Königsfamilie Amerikas” stammen, den Kennedys. Doch wenn man genau hinschaut, geht es um viel mehr, als nur diese Geschichte. GANT schafft es, dass JEDES EINZELNE DETAIL, jede Minihandlung den Wert der Marke auffüllt.

GANT steht für Traditonsbewusstsein – also geht der Vater mit dem Sohn schwimmen, angeln, umarmt seine Tochter, fährt mit den Kindern mit dem Boot raus. Wir erleben, wie der Vater seinen Kindern Werte vermittelt und zur Seite steht. Die Kinder streichen sogar die Bohlen des Decks – so früh lernen sie, einen Teil der Werterhaltung und Verantwortung für die Familie mit zu übernehmen. Selbst das Boot dürfen sie steuern – wenn auch das Familienoberhaupt noch ganz vorne steht und den Überblick behält. Zuhause stehen überall Bilderrahmen mit Bildern der Familie. Die Kissen haben gestickte Monogramme. Die Bücher sind mit Leder eingebunden. Die Liste ist endlos.

GANT steht für Lebensfreude und Unabhängigkeit. Wir erleben die Familie in ihrer Freizeit. Geld scheint keine Rolle zu spielen. Alles ist spielerisch – die Jungen springen auf den Dächern umher, machen Salti vom Deck und graben mit dem Hund im Sand. Selbst das wohlerzogene Mädchen schmeißt am Ende eine Weintraube in die Luft und versucht, sie mit dem Mund aufzuschnappen. Alles Minihandlungen, die sympathisch machen und unbeschwert wirken.

Interessantes Detail: Die Requisite hat im ganzen Haus Zeitungen platziert, die so aussehen, als hätte sie jemand gelesen – und zwar Sparte für Sparte. Die einzelnen Zeitungsteile sind dann wieder aufgefalten und aufeinander gelegt. Das vermittelt den Eindruck, dass in diesem Haus viel Zeit ist, um sich etwas Gutes zu tun und die Seele mal baumeln zu lassen.

GANT steht für einen klassisch-sportlichen Stil und Naturverbundenheit. Der Großteil des Films spielt Outdoor. Die Männer tragen Polokragen, die Kissen haben Zopfmuster, Karos und Streifen. Sessel mit Leinenhussen, Baumwolle, frische Blumen, Muscheln auf den Fensterbänken.

Visuell arbeiten die Producer mit einem Effekt, der eigentlich aus der Stummfilmzeit kommt. Die Helligkeitssprünge innerhalb der Bilder erinnern auch ein bisschen an die Super-8 Filme der 70er Jahre – dadurch wird der Film lebendiger und authentischer. Weil die bewegte Handkamera aus einer erzählerischen Liebhaberperspektive beobachtet, triggert sie Träume unserer eigenen Kindheit. Auch die Musik mit der akustischen Gitarre trägt zum Hochstatusgefühl bei – sie wirkt treibend und fröhlich. Und genau diese Mischung aus unterschiedlichsten Eindrücken, lässt uns denken: “Das will ich auch.”

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Letzte Artikel

Downloads

Kontakt

Wal­ter­me­dia

Tele­fon: +49 (0)89 901 087–0

E-Mail: info@waltermedia.de

Newsletter

Hier Masterclass Newsletter abonnieren